Startup Lesson 2: Verantwortung und Delegation

Sonntag, 5.Oktober 2008 , Autor: Jason
Erstellt in Kategorie Organisation / HR

Ich hab da immer ein ganz einfaches Bild vor Augen, das so wunderbar das Leben in einem Startup beschreibt: Der volle Mülleimer in der Küche!

Als Angestellter ist das sicherlich das, was einen am allerwenigsten beschäftigt. Denn das Ding wird von Zauberhand geleert. Und ich muss mir keinen Kopf darum machen. Als Startup-Mitarbeiter, der sich keine Heinzelmännchen/frauchen leistet, stellt man fest: Das Ding wird nicht von alleine leer. Es fliegt nicht von alleine in die Mülltonne. Es wird einfach nur sehr schnell sehr voll. Um es auf den dreckigen Punkt zu bringen: Täglich!


Tja - und genau da fängt das Problem von Verantwortung und Delegation in einem Startup an. Das TEAM-Prinzip (”Toll, ein anderer machts) fruchtet nicht. Jemand muss die Sachen erledigen. Auch so nittygritty Dinge wie das Mülleimer leeren. Logisch. Also einfach: einer trägt die Verantwortung und der verteilt die Jobs. Der macht das und der macht das. EASY! Eben nicht. Die Model-T Theorie bricht in einem Startup schnell in sich zusammen. Warum? Ganz einfach: es gibt Schnittstellen. Ziemlich viele. Gerade bei Themen, die irgendetwas mit Technik zu tun haben.

Wenn jetzt alle im Team verantwortungsbewußt WÄREN, dann würden sie sich fragen: “Und wer bringt den Müll weg?” und würden es dann ganz einfach machen. Leider ist das aber nicht so in der Realität. Die Menschen machen ihren Job. Und zwar - wenn es gut läuft - genau das, was man Ihnen gesagt hat. Das wars dann. Nur leider gibt es bei nahezu allen Aktivitäten unvorhergesehene TODOs oder Nebenaktivitäten, die nicht eingeplant waren, halt die vollgewordenen Mülleimer des täglichen Geschäfts. Und dann wird der Finger reihum gezeigt: Der hat mir keine email geschrieben (Warum hast Du nicht nachgefasst?), der muss noch sein ok dazu gegeben (warum hast Du es Dir nicht geholt?), nee - getestet haben wir das nicht (warum??), wie - rechtliche Prüfung? Da habe ich keine Ahnung von (warum hast Du dann nicht jemanden gefragt, der sich damit auskennt?). DAS ist Leben in einem Startup. STARTUP sollte manchesmal besser heissen WAITFOR. Jeder wartet, dass jemand anders den Müll wegmacht. Man hat ja seinen Job gemacht. WAS WILLST DU?

Wie kann man dieses Dilemma beherrschen?

1. Die richtigen Leute auswählen (ja klingt super-simpel, aber Startups brauchen Macher, die mitdenken und sich verantwortlich fühlen für das, was sie tun und auch für das, was NOCH getan werden muss).

2. Verantwortung klar verteilen und kommunizieren: Nur EINER ist verantwortlich dafür, dass ein Job erledigt wird, NIEMALS zwei oder mehr.

3. Den Leuten beibringen, dass “verantwortlich sein” bedeutet, dass sie dafür verantwortlich sind, dass der Job gemacht wird - bis zum Ende, auch wenn da auf der “Realisierungsstrecke” noch 5 andere mit im Spiel sind.

4. Schnittstellen minimieren, wo es nur geht.

5. Deadlines für Jobs kommunizieren (am besten immer schriftlich) und diese kontrollieren.

6. Konsequent sein, wenn Jobs nicht erledigt werden.

7. Selber mitanpacken und den anderen Vorbild sein, in dem man Dinge erledigt (zeigt, dass es geht und wie es geht).

8. Ein Team aufbauen, in dem jeder dem anderen hilft, die Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen und dessen Zielen identifizieren und sich gemeinsam motivieren, vorwärts zu kommen.


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