Startup Lesson 6: SEO-Crash oder “Google kann man nicht anrufen!”
Donnerstag, 9.Oktober 2008 , Autor: JasonVom Crash ist derzeit ja allerorten zu lesen und zu hören. Und wie Steinbrück, Paulson, McCain und Co grad am eigenen Leib erleben dürfen, ist das wohl nicht die vergnüglichste aller Zeiten. Auch Westernhagens alte Pfefferminz-Weisheit aus den neon-farbigen 80ern “Ich glaube an die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar!” gilt heutzutage nur noch bedingt. “Vielleicht….” muss die Antwort wohl eher lauten. Und ob “Angela hilf” am Ende des Tages genügend Rettungsringe vorrätig hat, wir werden sehen…
Und was hat das für Startups zu bedeuten? NUN: die Finanzkrise hat böse Auswirkungen auf potentielle Investoren, deren Millionen in manchem Subprime-Sumpf verschwunden sind…neben der Immo-Blase platzen jetzt auch manche Web 2.0 Bläschen…blub..blub…(meint auch der Sichelputzer). Andreas Göldi hat bei netzwertig (BTW - ein wirklich wertiges Blog) die Folgen und die sich daraus ergebenden (neuen) Herausforderungen für Web 2.0 Startups sehr anschaulich (drastisch) beschrieben.
Bei Startups crashed zuweilen der Server. Besonders in der Phase nach Launch (wir blieben verschont!) oder wenn das Ding plötzlich anfangen soll zu skalieren (JAAA, kennen wir zu gut…): eine Gateway 504-Meldung, klingt nur fast so romantisch wie Highway No. 1.
Anfang September haben wir bei woobby.com dann unseren ganz persönlichen C-Day erlebt. Den SEO-Crash-Day! woobby besteht aus Listen. Und Google liebt Listen. Wir haben uns von Beginn an redlich bemüht, dass die SEO-Götter bei Google und im restlichen Oolymp uns wohlgesonnen waren…Und - oh Wunder - das hat auch prima geklappt. Je mehr Inhalte auf der Plattform entstanden, umso mehr Besucher kamen täglich von der Suchmaschine. Man konnte die Uhr danach stellen. Korrelationsfaktoren um die 1…Oft waren unsere Themen auf den Plätzen 1 und 2 auf der ersten Seite bei Google zu finden. Insbesondere bei Wortkombinationen mit “bester”. Das hat uns stolz und happy gemacht.
Von einem Tag auf den anderen ist dann der SEO-Index auf ein 6-Monatstief gerauscht….Das ganze schöne Wachstum für die Katz…Am Anfang haben wir es für einen Husten bei Google gehalten. Dann haben wir gemeint, Google Analytics sei kaputt…Aber nach 3 Tagen ging es uns wie dem Altherren-Club der bayrischen CSU - wir haben etwas zeitverzögert gemerkt, dass das User-Volk uns nicht mehr gewählt hat…
Kein schönes Erwachen. Was tun? Wir haben als erstes Google Analytics seziert. Und das Verhalten auf unserer Plattform analysiert. Wo blieben die User aus? Es war schnell zu erkennen, dass die Top20 Ranglisten deutlich weniger Besucher erhielten - nicht mal halb soviel wie vorher. Wir haben dann an einem Sonntagabend Schritt für Schritt bis spätabends durch Beobachtung und Datenanalyse versucht, die Ursache der Probleme zu erkennen. Wie Sherlock Holmes und Kumpel Watson kamen wir der potentiellen Ursache immer ein Stückchen näher. Und dann hatten wir den Bösewicht: 302 hiess die magische Zahlenkombination. 302 is evil und 301 ist gut! Klingt son bischen nach SEO-Märchenstunde oder wie gutes und schlechtes Cholesterin.
Eine 302-Umleitung des Users (und damit auch des allmächtigen Googlebots) ist eine temporäre Umleitung, während eine 301-Umleitung eine permanente Umleitung bedeutet. Umleitungen sind generell nicht die schönste Lösung. Diese hier war ne entartete, denn Google mag keine temporären Umleitungen. Google hat dann das Gefühl, hier wird Cloaking zelebriert - Vortäuschung falscher Tatsachen. Und wer möchte schon gerne belogen werden, auch ne Riesenmaschine wie Google nicht.
Unser Freund, der Googlebot - der uns zuletzt alle 20-25min besucht hatte, war richtiggehend beleidigt. Und hat uns bös bestraft, da er sich von uns verladen fühlte. Ein großer Teil unserer Links wurde von den Seiten 1 und 2 bei Google verjagt….und mal eben auf die Seiten 100+ verbannt - irgendwo nach Google Sibirien, wo sich alle 12 Monate mal ein verirrter User hinfindet…
Tja - und dann versuch mal, bei Google anzurufen…Wir haben sogar das versucht…Kein Anschluss unter dieser Nummer…Du kannst keinen Rehabilitierungsantrag stellen. Kein “Verzeih mir, bitte!”
Was haben wir gemacht. Auf Basis der Analyse am Code geschraubt und die vergifteten Pfeile aus der Software gezogen. Und dann - zum lieben Larry gebetet…..
Danach haben wir einen erfahrenen SEO-Doktor angerufen, um uns bestätigen zu lassen, was wir schon wussten. Uns ging es da so ein bisschen wie den vielen, vielen Analysten am Aktienmarkt - Du weisst, dass die Finanzkrise doch irgendwann zuende gehen muss. Du weisst nur nicht, wann? Und so schaut man quasi paralysiert auf den täglichen Index und hofft und betet, dass es endlich wieder nach oben gehen möge.
Heute war es dann endlich soweit….wieder normale Zahlen…so wie früher…Schaun mer mal!


















Mirko sagt:
10.Oktober 2008
Hallo erstmal im neuen Blog! gefällt mir sehr gut hier
Schön das die Nutzer wieder da sind. allerdings kann man seine Seite als rehabilitiert bei google melden
Mirko sagt:
10.Oktober 2008
Als erstes sollten Sie sich ein Google Webmaster Tools Konto einrichten, falls Sie noch keines besitzen. Anschließend fügen Sie Ihre betroffene Webseite zum Konto hinzu. Um einen Antrag zu der entsprechenden Domain zu stellen rufen Sie den Link für “Antrag auf erneute Überprüfung”, wie im Screenshot rechts, auf.
Auf der folgenden Seiten des Reinclusion-Request, möchte Google besonders die folgenden Dinge sicherstellen und klären:
1. Das alle Verstöße entfernt sind
2. Welche Verstöße im Detail vorgefallen sind & von wem (SEO Firma)
3. Das Sie zukünftig nicht mehr gegen die Qualitätsrichtlinien verstoßen werden
Machen Sie dabei Google nichts vor. Seien Sie ehrlich, vollständig und einsichtig, ansonsten sehen Chancen bald wieder in Google gefunden haben eher schlecht aus. Sollten mehrere Domains von Ihnen betroffen sein, stellen Sie die Anträge am besten nacheinander.
Quelle: http://www.webmasterpro.de/management/article/seo-wiederaufnahme-im-google-index.html