Startup Lesson 7: Batman und das Leben in einem Startup

Freitag, 10.Oktober 2008 , Autor: Jason
Erstellt in Kategorie Entrepreneurship

Komme grad aus dem Kino: “The Dark Knight” (HIER eine wunderbar detailliert und analytisch geschriebene Rezension) oder auch Batman No xyz… Und ich kann dieses ganze Gequatsche, dass man dem toten Heath Ledger posthum noch einen Oscar verpassen solle……nur unterstützen!! Eine geniale (halb-wahnsinnige) schauspielerische Leistung - ein junger Jack Nicholson, aber doch anders / ganz speziell und als Joker definitiv der beste Joker aller Zeiten. Obwohl ich kein Batman/Superman/Spiderman etc Fan bin, fand ich diesen Film wirklich spannend, gut und stimmig gemacht - in Rankings der besten 500 Filme aller Zeiten taucht er jetzt schon weit vorne unter den Top20 auf. Aber was hat das bloss mit dem Leben in einem Startup zu tun? Auf den ersten Blick gar nichts.


Aber diese Woche allgemein und heute im speziellen leider sehr viel. In einer der denkwürdigsten Szenen der Films philosophiert der irre Joker über die Leute, die alle planen und er - der Wahnsinnige - ist mächtig stolz darauf, dass er KEIN PLANER sei - und damit für seine Gegner komplett unberechenbar bleibt.

Auch das Leben im Startup ist manchmal komplett unberechenbar - trotz der schönsten Planungen, die man machen kann. Nun - an der Börse platzen auch grad alle Pläne von ALLEN Akteuren - oder Herr Buffett? Aber in der kleinen - eigentlich doch überschaubaren Welt eines Startups kann an manchen Tagen auch alles komplett anders laufen, als man morgens früh gedacht hat.

Hatte meine Kollegin mir zum Wochenendabschied am frühen Nachmittag noch erzählt, wie schön ruhig und strukturiert das Ganze diese Woche abgelaufen sei und wie prima das momentan voranginge, so war diese Einschätzung in wenigen Minuten pulverisiert. Aufgaben, die man glaubte, gut und sorgfältig für die nächsten zwei Wochen verteilt zu haben, wurden plötzlich wieder in Frage gestellt, da sich Optionen verändern können. Und kurz darauf teilte uns ein Dienstleister mit, dass er die Zusammenarbeit beenden wolle, da sich die Rahmenbedingen doch zu sehr zu seinen Ungunsten verändert hatten. Und dann rief noch aufgeregt eine Hochschule an, wieso man deren Sponsoring-Pläne nicht mehr unterstützen wolle.

Ein Startup ist ein um so viel wackligeres Konstrukt als ein Konzernunternehmen, da hier das Rausbrechen eines kleinen Stützpfeilers schon erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Planung haben kann. Es sind eben nur 10-15 Kräfte, die hier an einem Strang ziehen wollen / sollen und keine 100 / 1000 oder mehr.

Das Management wird dann schnell wenig planbar. Die Bauklötzchen fallen in sich zusammen und man darf - sisyphus-artig - alles wieder neu aufbauen. Darauf muss man sich einstellen. Immer wieder. Das erfordert viel Geduld, Hartnäckigkeit und Ausdauer. Und natürlich auch ein gehöriges Maß an Frustrationstoleranz und Selbstmotivationsfähigkeit.

Allerdings kommen in einem Startup auch genauso unvermittelt die Erfolgserlebnisse und guten Nachrichten um die Ecke. Ein neuer Programmier wurde mir von einem Dritten vermittelt, der wiederum zufällig einen jungen Softwareentwickler kennengelernt hatte, mit dem ich wiederum vor 3 Monaten zufälligerweise während einer Bahnfahrt geschwätzt hatte. Dieser hatte dem nächsten erzählt, dass wir Ruby on Rails Programmierer suchten…Random-Play! Der RoR-Kandidat schreibt mir grad eine email, dass er grosses Potential in woobby sehe…was kann man sich besseres wünschen? Wenns denn jetzt noch mit der Zusammenarbeit klappt, dann wars doch kein ganz so schlechter Tag….Batman hat ja auch ein Happy End…


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