Startup Lesson 13: Last Exit Ebay?

Donnerstag, 16.Oktober 2008 , Autor: Jason
Erstellt in Kategorie Entrepreneurship


Townster ist tot. Und für die Beerdigungskosten soll nun Ebay sorgen. Da Gleb, Thorsten und Thomas nur ein paar Monate vor uns gestartet sind und sie quasi Kölner Nachbarn waren, haben wir in unserer Anfangszeit sehr viel von den Jungs gelernt und viele gute Tipps bekommen. Wie Gleb PR-Arbeit insbesondere in der Bloggerszene betrieben hat, ist nach wie vor vorbildlich für jedes Internet-Startup (nimmt man einmal die Trennungskommunikation aussen vor). Und auch bei vielen anderen Aspekten haben wir von der Bereitschaft der drei coolen Jungs zum Austausch profitiert - an dieser Stelle nochmals ein DANKESCHÖN!

So war dann auch die Nachricht, dass die Finanzierungsrunde nicht zusammenkam und das Team auseinanderbrach quasi ein Vorzeichen für das Ende der 2007er Web 2.0 Startup Euphorie, die deutsche Gründer ereilt hatte. Und hat nicht nur bei uns für viel Diskussionsstoff gesorgt. Und auch für nachdenkliche Gesichter. Über Teamspirit. Und über Geschäftsmodelle. Und den Nutzen von Internet-Anwendungen, insbesondere aus dem Mitmach-Bewegung - also Seiten, deren Wachstum abhängig ist von der Bereitschaft der User, für dieses Startup zu arbeiten und Beiträge auf der Plattform einzustellen.


Bin dann heute einmal wieder auf Townster gewesen. Und das ist wirklich so ein bisschen Geisterstadt-Gefühl, wie aus einem alten Western-Film, wenn dann Staub aufweht und der pfeifende Wind loses trockenes Gebüsch durch die menschenleeren Strassen vor sich hertreibt…

Deutsche-Startups, die akribischen Verwalter / Beobachter des deutschen Web 2.0 Startup Phänomens führen schön Buch, wer wann wieviel bei Ebay erhalten hat oder eben auch nicht - sieht dann so ein bisschen aus wie ein Soldatenfriedhof…lauter junge Startups - viel zu früh gestorben…und den Toten ein letztes ehrendes Gedenken…

Imho Basic schreibt zum Townster-Geleit die bemerkenswerten Sätze:

“Es wird nur zu deutlich, dass man sich auf externes Money verlassen hat, ohne wirklich ernsthaft im tiefsten Inneren an die Idee zu glauben. Wenn man an etwas glaubt, dann zieht man es durch und bricht nicht gleich beim ersten Problem zusammen. Meine persönliche Meinung.”

Stimmt das? Ist das so einfach? Jeder Unternehmer hat ja ein bestimmtes Risiko vor Augen, wenn er/sie startet. Das betrifft in der Regel auch das persönliche Investment-Risiko, welches man bereit ist, hinzunehmen und abzudecken/wegzustecken. Aber gilt nicht auch da: “Bis hierhin und nicht weiter.”

Natürlich gibt es bei den richtigen Unternehmern immer wieder die sagenhaften Stories von den Jungs und Mädels, die jahrelang Gras gefressen haben und sowas von down under waren, dass sie nicht als Tellerwäscher, sondern mindestens als Untertellerwäscher angefangen haben, bis sich ihre Idee endlich gegen alle Widerstände durchgesetzt hat und die dann wie Phoenix aus der Asche gestiegen sind….Nur gibt es in der Internet-Welt wirklich so viele Beispiele für derartige Heldengeschichten (”entrepreneurial war stories) - DAS wäre mal ein wünschenswerte Aufgabe für die Chronisten von Deutsche Startups - nicht immer nur Geburts- und Beerdigungsanzeigen, sondern auch mal die “Auferstanden aus den Ruinen”-Story. Bin gespannt, was es da demnächst für Erlebnisberichte zu lesen gibt…if so?!?

Vorgestern saßen Mario “Ich mach das Stadion voll” Barth und Dieter “Holzweg” Bohlen bei Kerner zum Plauderstündchen. Unterhaltsam breiteten sie dort ihre persönlichen Erfolgsstories und Lebenserfahrungen vor einem amüsierten Publikum aus. In einem Punkt waren sich beide einig: die anderen, die anderen, die haben immer gesagt: “Das schaffst Du nie!” Für beide wohl eine große Antriebsfeder zu beweisen, dass sie es doch schaffen konnten.


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6 Antworten to “Startup Lesson 13: Last Exit Ebay?”

  1. Gleb sagt:

    17.Oktober 2008

    Hey Woobbies…vielen Dank für die netten Worte :-) Gerngeschehen. Uns tuts natürlich extrem weh, dass es nun so zuende geht, allerdings müssen wir den wirtschaftlichen Überlegungen irgendwann trotz allem Prinzipdenken den Vorzug lassen…wünsche euch auf diesem Wege viel Glück und alles Gute! Gleb.

  2. Jason sagt:

    17.Oktober 2008

    Na, Gleb, 20k auf Ebay stehen schon. Verfolgen das hier gespannt! Good luck!

  3. nachgehakt sagt:

    18.Oktober 2008

    Fabidoo macht die Tueren zu…

    [...] Wenigstens soll die Community bleiben - wobei sich natürlich die Frage stellt, ob diese ohne Drucker bleiben wird. Derzeit sieht ganz so aus, als ob ein Startup nach dem anderen die Türen zumacht. [...]…

  4. Spitzhacke sagt:

    21.Oktober 2008

    Das Gebot steht bei 22.222 Euro, bei 120 Bietern. Aber wofür gibt man sooo viel Geld aus ?

  5. ischroedi.de - Web2.0, SEO, RubyOnRails, Rails » » Startup ohne BusinessModell sagt:

    21.Oktober 2008

    [...] vor dem Venture Capitalist oder beim Auktionator landet. Bekanntes Beispiel hierfür ist wohl Townster, steht jetzt bei Ebay zum Verkauf, für knapp 22.000 Euro (genau genommen sind es: 22.222 Euro) soll das ehemalige Vorzeigestartup [...]

  6. Philipp sagt:

    10.September 2009

    Hallo,

    nachdem der Ebay Exit vollzogen und Michael W. Schwetje als neuer Eigentümer bestätigt worden ist, arbeitet in Berlin ein kleines Team am Neuaufbau der Seite. Mittlerweile ist das neue Townster mit anderem Design, verbesserter Funktionalität und größerem Informationsgehalt kurz vor dem Relaunch. Bis es dann in wenigen Wochen soweit ist, kann man sich die neuesten Infos noch unter http://blog.townster.de oder unter http://www.deutsche-startups.de/2009/09/09/vorhang-auf-fuer-das-neue-townster/ ansehen. Viel Spaß damit!

    Philipp Böttcher (Marketing / Online-Marketing)

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