Startup Lesson 14: Praktikanten, die nicht nach Hause wollen
Freitag, 17.Oktober 2008 , Autor: JasonHeute abend, Freitag 20 Uhr und die Hütte ist noch voll. Etwas ungewöhnlich, ich drängele. Lars und Stefan arbeiten noch fleissig am Entwurf des neuen woobby Newsletters. Ein ausgehöhlter, leuchtender Kürbiskopf lacht mich virtuell an. Wollen die nicht nach Hause? Ich werde nervös. Doch irgendwann ist dann auch bei den beiden Schluß. Diese Woche war hart. Wir haben alle ziemlich konzentriert an verschiedenen Projekten gearbeitet. Das neue Winter-Gewinnspiel sollte pünktlich Mittwoch, den 15.Oktober, online gehen. Der Newsletter soll spätestens Ende des Monats LIVE gehen. Und die woobby Widgets müssen unters Volk. Nebenbei laufen noch eine Reihe weiterer Projekte, an denen neben den beiden auch von Yvonne und Dominik fleissig gewerkelt wurde.
Und fleissig war das Team wirklich. Lars, der heute seinen letzten Tag bei uns hatte, wird sich selbständig machen. Ab Montag. Ein neues Leben beginnt für ihn in seiner Online-Marketing-Agentur. Der erste Auftrag wartet schon. Und eigentlich wollte er schon diese Woche bei uns aufhören. Aber viel Arbeit lag noch auf dem Tisch. Er hat dann das neue Leben noch eine Woche geschoben. Und bei woobby nochmal ordentlich mitangepackt.
Fast 40 Praktikanten haben woobby seit Juni 2007 bereits unterstützt. Wir könnten unsere “relativ” schlanke Kostenstruktur nicht aufrechterhalten, wenn wir nur Festangestellte hätten. Wir leben von der Unterstützung durch Praktikanten.
Das ist nicht immer einfach. In der Regel begleiten diese wichtigen “Helferchen” uns für 2-3 Monate, manche bleiben auch 6 Monate, manche noch länger, dann aber längst nicht mehr als Praktikanten, sondern als Festangestellte oder Freelancer. Axel, Mitarbeiter No 1, war bei uns Praktikant No 2. Steve, Praktikant No 3, begleitet uns auch aus dem fernen Kaiserslautern weiterhin, während er mit ein wenig Unterstützung von uns dort seine Masterthesis vorantreibt - natürlich an zukunftsweisenden Themen, die auch etwas mit woobby zu tun haben.
Manche von denen, die uns nach 3 Monaten wieder verlassen, bleiben uns als Part-time-Kräfte und Unterstützer treu. Mauro, Sven, Mirko, David und Sebastian haben uns auch lange nach dem Praktikum noch unterstützt und tun dies auch heute immer wieder, wenn wir mal Hilfe benötigen. Und die können wir so manches Mal gut gebrauchen.
Alexa und Andre, Maik, Andre “Ash”sowie Robin arbeiten - nachdem sie für uns als Praktikanten tätig waren - derzeit part-time von zuhause für uns. Manche davon nun schon länger als ein halbes Jahr. Das ist gut, denn wir wissen, was sie können, wie sie arbeiten, was wir ihnen für Aufgaben geben und auch zutrauen können. Und natürlich ist es auch ein gutes Gefühl, sich auf jemanden verlassen zu können.
Aber wir drei Gründer haben auch viele Momente der Verzweifelung gehabt. Es sind ja i.d.R. keine fertigen Mitarbeiter, sondern junge Menschen, die teilweise gerade mit dem Studium begonnen haben. Oder mitunter auch noch Schüler sind. Da gilt es erstmal, die Erwartungen herunterzuschrauben. Dann ist viel zu erklären. Dazu gehören allgemeine Spielregeln der Zusammenarbeit: Kommunikation, Zuverlässigkeit, Konzentration auf die Aufgabe, klare Zielsetzungen, Definition der gewünschten Ergebnisse und natürlich Korrekturen und Kontrolle. Die richtige Mischung macht es.
Aber Fakt ist auch: es kostet viel Energie und Zeit. Und auch Geduld. Wir haben es oft erlebt, dass Praktikanten in den 2-3 Monaten ihres Praktikums bei uns enorme Fortschritte gemacht haben und dann Arbeitsweise und Ergebnisorientierung verinnerlicht haben, wenn sie grad schon wieder gehen müssen.
Die Entwicklungen und Entwicklungssprünge, die man bei langjährigen Mitarbeitern sehen und miterleben konnte, die kann man in dieser kurzen Zeit weder erwarten noch beobachten. Aber dennoch sehen wir immer wieder junge Kollegen, die innerhalb kurzer Zeit gewaltig an Ihren Aufgaben wachsen und eigenständig beachtliches hinbekommen. Man sieht, wie sie selber plötzlich Verantwortung übernehmen. Und auch wie das Zusammenspiel in der Gruppe - das sich untereinander helfen - das miteinander als Team arbeiten - plötzlich klappt.
Wer gesehen hat, wie die deutsche Fußballnationalmannschaft in diesen Tagen in der ersten Hälfte gegen Russland und in der zweiten Hälfte gegen Wales den Ball hat zirkulieren lassen, der kann nachvollziehen, was “eingespielt sein” bedeutet. Dieses Phänomen kann man sehr wohl auch in Startups erleben. Auch und gerade mit Praktikanten, die häufig eine große Begeisterung und Motivation an den Tag legen, wenn sie eine spannende Aufgabe oder Herausforderung vor sich haben. So wie diese Woche bei woobby.



















stud1978 sagt:
18.Oktober 2008
Sehr schön geschrieben!!
Viel Erfolg Lars, und dem Rest, wir sehen uns Montag
Lars sagt:
18.Oktober 2008
Ich gehe mit einer Träne im Knopfloch…Obwohl es nicht mal ganz 3 Monate waren, sind aus Kollegen gute Kumpel geworden. In einem so geilen Team arbeitet man nicht alle Tage, aber es gibt natürlich auch noch die berufliche Zukunft nach woobby, der ich mich so langsam widmen muss.
Es waren 3 verdammt spassige und sehr lehrreiche Monate (für beide Seiten glaube ich ;-)). Und wie hat schon Trude Herr gesungen: “Niemals geht man so ganz….” (<- Das soll aber keine Drohung sein…)
Gruß
der Lars
Mirko sagt:
20.Oktober 2008
Man kann auch einiges an Wissen aus einem Praktikum bei woobby mitnehmen. Habe dank meinem Parktikum bei woobby für meine Abschlussarbeit ganze 99 von 100 Punkten bekommen. Auch konnte man dank dem Praktikum eine menge neuer und guter Kontakte sammeln. Aber, das ist nicht das wichstigste man hat vorallem eine Menge Spass!
Axel sagt:
21.Oktober 2008
Hallo Lars,
danke für den netten Kommentar! Die Arbeit hat sehr viel Spaß mit dir gemacht und wir hatten in den letzten Wochen wirklich ein sehr sehr gutes Team zusammen bekommen. Ich wünsche dir viel Erfolg bei den neuen Herausforderungen und bin gespannt auf deinen weiteren Weg. Bis bald…
Axel