Startup Lesson 15: Die Frage nach dem Geschäftsmodell

Samstag, 18.Oktober 2008 , Autor: Jason
Erstellt in Kategorie Marketing

Bild Quelle: © Stephanie Hofschlaeger/ PIXELIO

Gestern Besuch bei uns auf dem Golfplatz. Ein erfahrener Manager, der sich mit Unternehmen in Gründungsphasen bestens auskennt, ist zu Gast auf dem Velderhof. Wir reden natürlich über woobby und die Entwicklung unserer Plattform woobby.com in den letzten 12 Monaten seit Launch. Ihm gefällt die Seite - wie vielen. Das Design sei ja ungewöhnlich. Aber gerade dadurch auch markant und differenzierend. Wir plaudern, erläutern das Wachstum der letzten Wochen und die Herausforderungen, vor denen wir stehen. Irgendwann im Verlauf des Gesprächs kommt sie dann: die Frage nach dem Geschäftsmodell.

Wir haben sie von Freunden und Bekannten, von unzähligen Barcamp- und Webmontag-Teilnehmern gehört, auf der OMD und von Investoren. “Womit wollt Ihr eigentlich Geld verdienen?” Zugegeben, die Antwort: “Also unser erste Säule für Einnahmen ist Werbefinanzierung”…ist nicht besonders originell. Aber wir hatten bis Ende August diesen Jahres auch keine Werbung auf woobby. Da ist diese Antwort dann schnell gegeben.


Die Idee ist ja auch simple und zwingend: wenn Google mit relevanter Textwerbung neben den Suchergebnissen 20 Mrd. Dollar pro Jahr verdienen kann, dann muss es doch ein leichtes sein, mit relevanter Werbung - stichwortbezogen - neben Bestenlisten zu werben und damit ebenfalls ausreichend Geld zu machen. Im Prinzip JA, sagt Radio Eriwan…

Nun nach ein paar Wochen Werbung auf unsere Plattform wissen wir, dass unsere Annahmen zu den Click-Raten in unserem Business Case nicht ganz falsch waren. Schön. Allerdings wissen wir auch, dass das mit der Werbung nicht so ganz einfach ist, wie wir uns mal so vorgestellt haben…Wäre ja auch eine Ausnahme, denn alles im Web ist nicht so leicht, wie man sich das einmal vorgestellt hat. Wäre es anders, wäre ja alle Geschäfte im Internet Selbstläufer. Aber das waren sie im Jahr 2000 nicht und sie sind es auch nicht im Jahr 2008. Auch hier gilt: der Teufel steckt im Detail. Und die Feinheiten wollen gelernt sein.

Da diese wunderbare Erkenntnis aber nicht nur uns von der Web Reality Show präsentiert wird, sondern vielen anderen Internet-Glücksrittern (vulgo: Startups) gleichermaßen, geht der Trend - verstärkt auch durch die weltweite Finanzkrise - momentan eindeutig hin zu einer Mehr-Säulenstrategie bei den Geschäftsmodellen. Werbung alleine trägt eigentlich nur Google in höchste Höhen…Na - ist jetzt ein bisschen übertrieben. Aber Fakt ist, dass viele Internet-Unternehmen momentan ihre Geschäftsmodelle überarbeiten, verändern, ergänzen um neue Einnahmequellen. Oder dies zumindest versuchen. XING hat es allen vorgemacht: es muss nicht immer Werbung sein, die Communities trägt.

Fakt ist auch, dass derzeit noch viel Entwicklungspotential im Netz steckt. Selbst die nicht unerfahrenen Investoren bei Holtzbrinck haben erkennen müssen, dass Milliarden Page Impressions und Millionen registrierte Nutzer nicht immer auch automatisch in Multi-Millionen Euro Umsätze transferierbar sind. Sondern, dass Phantasie und Flexibilität und letztlich viel Detailarbeit getreu dem Motto “Try and error” ins gelobte Land führen.

YES, WE CAN CHANGE - sagen wir uns auch.


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2 Antworten to “Startup Lesson 15: Die Frage nach dem Geschäftsmodell”

  1. Mirko sagt:

    20.Oktober 2008

    Genau ein paar neue Ideen braucht das Land ;) oder die online Welt. Allerdings denke ich das Unternehmen mehr Geld in online werbung investieren werden. Gerade durch die Finanzkrise! Die klassische Werbung ist nie Erfolgsgebunden. Was bringt mir werbung im Fernsehn, schwer zu sagen? Aber bei AdWords oder als Merchant beim Affiliate Marketing hat man klar nachweisbare Erfolge!
    Für Social Communitys wie StudiVZ und co denke ich ist es schwer Umsätze zu generieren. Da wir kaum relevante Werbung für die Kunden einbinden können. Auch hier gibt es ein paar interessante Werbungen wie bei facebook wo der MI6 wirbt. Wenn jemand sich intensiv durch Profile klickt wird Ihm eine Stelle als Geheimangent Angeboten…

  2. ischroedi.de - Web2.0, SEO, RubyOnRails, Rails » » Startup ohne BusinessModell sagt:

    21.Oktober 2008

    [...] ist es erstmal wichtig, dass man sich überlegt ob und wie man seine Brötchen verdienen will. In vielen Fällen ist “Werbung” das Schlagwort. Richtig abhängigkeit von Google, [...]

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