Startup Lesson 27: PR oder wie woobby auf Spiegel Online gelandet ist - mit nur 4h Aufwand!

Freitag, 14.November 2008 , Autor: Jason
Erstellt in Kategorie Marketing, woobby Aktuell


YES, WE CAN! Mit Obamas Hilfe sind wir diese Woche bei Spiegel online, Turi, Welt online, Web.de / GMX.net und auf dem vielgelesenen Blog von Robert Basic zitiert worden sowie in weiteren Publikationen bis hin in die Schweiz erwähnt worden.

Wieviel Aufwand hat das gekostet? Nicht wirklich viel - etwas mehr als 4 Stunden! Eine gute Idee, 30min googeln, 2h an der Pressemitteilung feilen und dann 1-2 Stunden zum Versenden der Mitteilung. Mittags war das Ding raus, am späten Nachmittag war ein langer Artikel auf Spiegel online - mit einem Hinweis auf die “pfiffige PR-Idee der Schlingel von woobby” und einem Link zu uns. Was will man mehr…da schlägt das Herz des Online-Marketeers höher…

Die Idee war ganz einfach. Im Zuge der Obamania und des Nachdenkens über die Erfolgsursachen des “greatest startup of all times” einfach mal “Barack Obama” in den Google-Suchschlitz eingegeben. Und dann versucht, jemanden zu finden, der mehr Treffer vorzuweisen hat. Und nach ca. 20 Versuchen aufgegeben. Die Liste der Google VIPs umfasst neben den üblichen Verdächtigen auch ein paar Überraschungen. Und dass Chancelorette Angela Merkel mit 7,6 Mio. Suchergebnissen und der Ex Helmut Kohl mit mickrigen 1,0 Mio Treffern nur in der 2. und 3. Google-Liga spielen,zeigt nur, wie kloin Good old Germany ist und wie aktuell Google ist…Nun gut, als der dicke Pfälzer 1998 abtrat, trat Google grad erst an….Jeder Mensch denkt ja heute, Google war schon immer da…


Die Liste mit den meistgefundenen Personen

Name

Mio. Suchergebnisse

1

Barack Obama

113

2

Madonna

96,3

3

Paris Hilton

72,4

4

Britney Spears

70,6

5

John McCain

70

6

Sarah Palin

57,1

7

Angelina Jolie

39,7

8

George W. Bush

38,6

9

50 Cent

32,2

10

Michael Jackson

31,8

Name

Mio. Suchergebnisse

11

Bill Gates

31,8

12

Calvin Klein

28,1

13

Shakira

27,5

14

Brad Pitt

26,7

15

Mariah Carey

26,3

16

Justin Timberlake

25,9

17

Lindsay Lohan

25,8

18

Martin Luther

23,4

19

Ronaldinho

22,2

20

Elvis Presley

21,5

PR für ein “weitgehend unbekanntes” Internet-Startup wie woobby ist kein einfaches Geschäft. Wir haben da unsere leidvollen Erfahrungen machen dürfen. Die Erkenntnis, dass unser Produkt einmal per se unheimlich schlecht zu vermitteln ist, hat bei uns etwas Zeit benötigt. Aber dass es eine Online-Plattform gibt, auf der Nutzer Ranglisten zu allen möglichen Themen des Lebens finden können, interessiert nun mal die Medien so stark wie der bekannte instabile Reissack in China.

woobby - was? Oder ein Reissack in China...

woobby - was? Oder ein Reissack in China...

Auch oder gerade wenn alle Medien wissen, dass Ranglisten gerne gelesen werden, ist das Sammeln dieser Dinger aus der Perspektive einer Zeitung oder Zeitschrift einfach so interessant wie die 167ste neue Bäckerei in Köln. Dass sich dieses Faktum auch mit dem Goodwill von befreundeten Bloggern, der Versendung einer Vielzahl von Pressemitteilungen und dem teuren und relativ unwirksamen Einsatz einer professionellen PR-Agentur nicht ändern lässt, war eine durchaus schmerzhafte Erkenntnis für das Startup-Team von woobby.

Wir haben aber auch gelernt, dass es auch anders geht. Die “Krönung” für jedes Startup ist es bei Spiegel online platziert zu werden (Viel Traffic, engagierte interessierte Besucher). Dies ist uns mittlerweile dreimal geglückt. Und wir können alle 3 Wege empfehlen:

1. Weg: Surftipps

Der einfachste und nach wie vor wirkungsvollste Weg. Nahezu jedes Medium - insbesondere die Online-Portale haben mittlerweile eine Rubrik, die sich Surftipps oder Webempfehlungen nennt. Die Redakteure dort sind immer auf der Suche nach neuen innovativen Konzepten im Netz. Und sind also dankbar, wenn ihnen jemand die Bröckchen hinwirft. Genau das hat unser Praktikant damals kurz nach Launch gemacht. Und ist damals u.a. erfolgreich beim Spiegel gelandet. Wenig Aufwand und eine große Zahl sehr interessierter und aktiver User, die uns z.T. bis heute treu geblieben sind.

2. Weg: Eine Studie

Die Worldwide Web 2.0 Welt ist nach wie vor relativ unerforschtes Land (”Wie machen wir nur Geld mit som Social Network?”) und die Erfolgsfaktoren (u.a. die Zwillinge SEO und SEM sowie die unsteuerbare Tochter Viral) sind für manche die Alchemie des 21. Jahrhunderts. Wie macht man Gold? Studien sorgen für ein wenig Licht im Dunkeln. Und da sowieso viele Menschen skeptisch gegenüber Alchemie sind, sind kritische Studien über Web 2.0 immer gern gesehen - diese Internet-Scharlatane…Und so gelang unsere Studie, die wir mit der FH Bonn-Rhein-Sieg durchgeführt hatten, im Februar 2008 auf die Startseite von Spiegel online. Der Web 2.0 Hype kippte grad und die Studie lieferte einen Beweis dafür…und fast alle schrieben darüber…dies und das…und wir wurden jeden Monat zu irgendeinem Vortrag eingeladen. Bis spät in den Herbst. Eine Studie mit Langzeitfolgen - quasi - aber auch ein aufwendiges Vorhaben. Sowas geht nicht in 4 Stunden.

3. Weg: Ein ungewöhnliches Thema, über das man spricht

Entweder man kreiert eine pfiffige Idee - irgendwas ungewöhnliches (am besten das Produkt selber - siehe den großen PR-Erfolg von mymuesli oder noch viel besser / nachhaltiger iTunes/iPod/iPhone) oder man surft auf einer Trendwelle (Paul Potts (Emotional), LOHAS/utopia, Obamania). Oder liefert etwas sehr ungewöhnliches - das ist immer eine Nachricht wert - der 100jährige, der noch Marathon läuft…Dieser Weg ist sehr effizient (relativ gute Wirkung, wenig Aufwand), aber oft nicht sehr nachhaltig. Schnee von gestern halt…es sei denn, man kreiert eine Marke durch wiederkehrend pfiffige Ideen - wie Apple - das große Vorbild.

Es gibt noch ein paar andere Wege (ausser SEX, das immer sells):

- Man entwickelt ein Geheimnis / irgendwas exklusives: z.B. Brands4friends (wir hatten diesen Effekt - viel kleiner zwar - vor unserem Launch mit waitingforjason)

- Man entfacht einen Skandal (Klinsmann, Ballack, Ypsilanti, Reich-Ranicki, StudiVZ..) - even bad news are news!

- Man kennt jemand Prominentes und wir dadurch selber prominent (sehr schwieriger Weg für ein Startup… - mir fällt keines ein…)

- Man inszeniert Streit, Scheidungen und menschliche Zerrüttung (TicTacToe, Ypsilanti, Boris Becker, townster)

- Man liefert spannende Zahlen: Fakten, Fakten, Fakten - wenn sie interessant sind, dann geht das immer - wie wir auch bei deutsche-startups erfahren durften…

Eines bleibt bei all dem ganz klar: Nur die Botschaft: Hallöchen, wir sind ein neues Startup - das alleine interessiert niemanden in den Medien…soviel haben wir gelernt. PR heisst vor allen Dingen: sich immer wieder etwas einfallen lassen. Aber hartnäckig sein, zahlt sich aus, wie man hier auch sehr schön sehen kann. Und es muss nicht immer viel Aufwand sein. Eher viel Phantasie.


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5 Antworten to “Startup Lesson 27: PR oder wie woobby auf Spiegel Online gelandet ist - mit nur 4h Aufwand!”

  1. stud1978 sagt:

    14.November 2008

    Sehr beeindruckende Webpräsenz von Obama, hoffentlich wird er auch ein guter Präsident

  2. Thorsten sagt:

    17.November 2008

    Was bringt Euch dieser Erfolg in belegbaren Zahlen?
    Wär ja toll wenn ihr sowas mal veröffentlichen würdet, dafür is das Online Biz ja letztlich prädestiniert!

  3. Mirko sagt:

    18.November 2008

    Ja die Zahlen würden mich auch interessieren.

  4. Jason sagt:

    20.November 2008

    Etwa 1200 Besucher kamen über den Link im Spiegel zu uns. Die ganze Aktion uns etwa 2500-3000 zusätzliche Besucher gebracht, die über verweisende Seite oder direkt zu uns gelangt sind. Für so einen kleinen Link nicht schlecht…

  5. Roland sagt:

    15.Dezember 2008

    Schaut mal, wird euch freuen: http://blog.styleranking.de/?p=3378

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